Auf den ersten Blick klingt es ein wenig absurd. Google aktiviert am Donnerstag den AdBlocker in seinem Browser Chrome. Aber bei näherer Betrachtung macht es natürlich doch Sinn.

Auch wenn die Zahlungsbereitschaft für Inhalte von Jahr zu Jahr steigt, Werbung ist als Finanzierungsmöglichkeit im Internet nicht wegzudenken. Die Sache hatte nur von Beginn an einen Haken, denn der User gewöhnte sich schnell an Werbung und lies sie dann einfach links liegen. Was folgte war ein Wettrüsten an Werbeformen, hinter denen es oft schwer ist zu den eigentlichen Inhalten vorzustoßen.

In Folge wurden für diverse Browser mehr oder weniger radikale AdBlocker entwickelt, die versprachen mit der Las Vegas-Show Schluss zu machen. Die leichte Installation sorgte für die weite Verbreitung und so manche Seite ging schon dazu über sich beim Erkennen eines AdBlockers querzustellen. Und auch für Google sah es immer schlechter aus, denn für die meisten AdBlocker ist Werbung schlicht Werbung. Ob es sich jetzt dabei um eine dezente Textanzeige handelte oder eben ein aufdringliches Popup.

Da Google aber bekanntlich im Wesentlichen von AdWords lebt, machte sich das auch mehr und mehr bei den Einnahmen dort bemerkbar. Eigene Versuche sich etwas durch einen Obolus von AdWords-Werbung im Web freizukaufen war nur wenig Erfolg beschieden. Also war es für die Suchmaschine Zeit andere Schritte zu unternehmen.

Ziel des neuen AdBlockers ist es also nicht alle Formen von Werbung herauszufiltern, sondern vielmehr das Internet von deren nervigsten Varianten zu befreien. Insgesamt 12 solcher BadAds hat man in der Coalition for Better Ads definiert, und genau jene werden von Chrome ab dem 15. Februar herausgefiltert.

Ganz im Stile der Mobil first-Strategie von Google sind die meisten davon inzwischen auch auf dem Smartphone zu finden:


Für das Netz und natürlich auch die Werbeindustrie wird der Donnerstag also durchaus als ein entscheidender Tag in die Geschichte eingehen. Immerhin surft inzwischen jeder 2. Internetnutzer mit Chrome und Google wird wohl eher weniger die Zustimmung des Nutzers für dieses Update erfragen. Die meisten werden sich Ende der Woche vielleicht bestenfalls fragen, warum sie plötzlich weniger Werbung als zuvor sehen.

Und Angesichts der Marktmacht von Google wird den anderen Werbetreibenden wohl nichts anderes übrigbleiben als auf die Linie einzuschwenken und ihre BadAds einzumotten. Was dann letztlich auch den Nutzern von Edge und Firefox zugute kommt.

Kurz, Internetwerbung, wie wir sie kennen, dürfte bereits am Wochenende mehr oder weniger Geschichte sein.

 

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