Advertorials für SEO? Ja, nein, vielleicht?

Es gibt sie jetzt schon ein paar Jahre, aber die meisten finden sie immer noch besonders hübsch und nützlich, die Advertorials.

Advertorials oder Sponored Posts werden bevorzugt bei Webseiten von etablierten, auch in Print, Funk und Fernsehen aktiven Medien untergebracht. Dabei handelt es sich zwar um Werbung, allerdings in Form eines Artikels/Berichts, also nicht um klassische Werbung via Banner oder Spots. Die Artikel müssen natürlich entsprechend gekennzeichnet sein, in der Realität muss man allerdings zugeben, übersehen die meisten Konsumenten diese Kennzeichnung, und halten den Beitrag für einen redaktionellen Beitrag. Und – bäm – das ist auch schon der große Vorteil für den Käufer.

Wer sich für die Definition, Erstellung usf. von Advertorials interessiert, dem sei Werbeform vorgestellt: Das Advertorial von Vogel Communication empfohlen.

Die Frage in diesem Fall allerdings lautet, sind Advertorials aus SEO-Sicht sinnvoll? Die schnelle Antwort lautet: Nein, im Gegenteil, man muss da sogar aufpassen.

Links & Beiträge kennzeichnen!

Ein Link zur eigenen Webseite ist in einem Advertorial schnell sinnvoll einfügbar, fast unabhängig vom Thema des Contents. Also mit anderen Worten, man sollte diesen Link im Sinne des Lesers setzen. Wer das allerdings achtlos tut, könnte schnell mit Google in Konflikt kommen – es sei denn er hat dem Link ein rel="nofollow" hinzgefügt, also einem Hinweis an Google, diesem Link nicht zu folgen. (Strenggenommen ist es eher eine Bitte, denn Google macht was Google will. Allerdings signalisiert man der Suchmaschine auf diese Weise, das man dem Link wenig Gewicht gibt bzw. in diesem Fall, den verlinkenden Artikel nicht wegen des Links gekauft zu haben.)

Google hat eine ganze Reihe von Webmasterrichtlinien veröffentlicht, und eine der wichtigsten Regel lautet: Gekaufte Links sind verboten! Also so richtig verboten, inklusive einer Abstrafung, falls einem Google auf die Schliche kommt.

Kriminelle Energie lohnt sich hier nicht

Wer ein wenig kriminelle Black Hat-Energie hat, kann es relativ simpel bewerkstelligen, einen Betreiber einer kleinen Webseite zu bezahlen, damit dieser einen nicht als Werbung gekennzeichneten Beitrag veröffentlicht. Eine Weile dürfte das sogar gut gehen, wenn man dem Ganzen nicht anhand des Beitrags selbst auf die Schliche kommen kann. Da man es aber selten bei einem einzigen Beitrag belassen wird, wird mit jedem weiteren Beitrag die Gefahr enttarnt zu werden größer. Auf diese Weise entstehen Netzwerke, Netzwerke, die sich überschneiden – und von Google identifiziert werden. Oder mit anderen Worten, eigentlich sollte man es sowieso bleiben lassen.

Kommt ein nicht gekennzeichneter Link, der dann automatisch als „follow“ klassifiziert wird, von einer renommierten Quelle, wie etwa der einer Zeitungswebseite, ist Google Misstrauen natürlich sofort auf 180. Die spannende Frage ist dann nur noch, wie unterscheidet Google Links, die innerhalb eines Advertorials gesetzt werden, von Links, die ein Redakteur gesetzt hat, weil er sie für seine Leser sinnvoll hält? Die einfache Antwort, der Google-Bot erkennt contextbezogen, dass es sich um ein Advertorial handelt. Und da ein nicht gekennzeichneter Beitrag nicht nur gegen Googleregeln verstößt, sondern gegen staatliche Werberichtlinien, verlässt man sich darauf. In der Regel zumindest. Als vor fünf, sechs Jahren Advertorials so richtig durchgestartet sind, munkelte man in der SEO-Szene auch, dass Google hier zumindest bei großen bekannten Linkquellen neben dem Algorithmus auch einen Mitarbeiter sich die Angelegenheit ansehen lässt. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei Regionalmedien, die einen recht großen Linkjuice weitergeben, noch heute hier und da der Fall ist. Auf dieser Ebene tut man (also Journalist und Unternehmer) sich auch schon gerne mal einen Gefallen. Sorry, iss so, auch wenn jetzt Regionaljournalisten wieder ganz empört tun werden. Vielleicht nicht ihr, aber fragt mal den Kollegen …

Fazit: Gut gemachte Advertorials machen als Marketingmaßnahme Sinn. Sie wirken selbst dann besser als die meisten anderen Werbeformen, wenn der Leser sie als Advertorial auch wahrnimmt. Als SEO-Maßnahme sind sie allerdings ungeeignet, Links zur eigenen Webseite sollten auf jeden Fall mit einem „nofollow“-Hinweis versehen werden.

About Thomas Matterne

Thomas Matterne ist Chefredakteur des dreisprachigen Online-Magazins DenkZeit und als Online-Marketing-Manager tätig. Der ausgebildete Journalist hat ein Diplom in Wirtschaftsinformatik, und schreibt an dieser Stelle über IT-, Online-Marketing- und SEO-Themen - unteranderem.

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