BILD fährt harte Geschütze gegen AdBlocker auf, und das mit Recht!

Seien wir mal ehrlich, egal was die BILD macht – alle Nicht-BILD-Leser finden es scheiße. Man verzeihe mir den Kraftausdruck, aber für das Gefühl unter den BILD-Kritikern dürfte es wohl kein passenderes Wort geben. Schließlich würden die selbst den Weltfrieden doof finden, wenn der Axel Springer Verlag seine Finger mit im Spiel hätte.
Erstaunlich gering war deshalb die Aufregung wegen der Aussperrung von Nutzern des Tools AdBlocker, dass auf Webseiten recht zuverlässig die Werbebanner ausblendet. AdBlocker & Co. sind gerade bei Verlagsseiten schon lange ein Ärgernis und so manch Verantwortlicher wird wohl auch mit dem Gedanken gespielt haben, deren Nutzer auszusperren. Technisch ist das relativ leicht möglich, allerdings eben auch auf Kosten der Reichweite. Die Deutschen sind weltweit bei der Nutzung von AdBlockern ganz oben dabei, wer diese User aussperrt, erwischt also schon mindestens jeden Dritten.

Wenn eigentlich beide Seiten im Recht sind.

Im Prinzip treffen meiner Meinung nach hier zwei Meinungen aufeinander, die beide eigentlich Recht haben. Die Werbung auf manchen Seiten nimmt gerade in den letzten Jahren überhand. Es blinkt und leuchtet um die Wette, nach dem Motto, das aggressivste Werbebanner wird schon seinen Klick bekommen. (Was übrigens falsch ist, aber Schwamm drüber.) War früher die Vorschaltseite mit Werbung, die nach fünf Sekunden automatisch auf die eigentliche Seite weiterleitet, das schlimmste aller Übel, kommt heute ein Werbebanner, das die gesamte Seite umschließt und auch noch über den Content wandert dazu – das kann man natürlich mit einem Klick auf das “x” schließen, nur trifft man das nicht immer. (Ein Schelm, wer böses dabei denkt.) Eine Werbeform, die übrigens auch bei BILD zu finden ist.
Auf der anderen Seite sind die Verlage, die noch immer auf der Suche nach einem funktionierenden Finanzierungsmodell für ihre Online-Inhalte sind. Werbung ist nicht der Weisheit letzter Schluss, hilft aber dennoch bei der Finanzierung. Der offensichtliche Deal lautet also, ihr könnt unsere Inhalte weiterhin kostenlos lesen (bzw. einen Teil), dafür dürfen wir dort aber werben. Wer diesen “Preis” nicht zahlen will, der darf auch die Inhalte nicht mehr konsumieren. Und da BILD bekanntlich kein öffentliches Gut ist, hat der Axel Springer Verlag eben auch das Recht jene auszusperren, die diesen Deal umgehen wollen.

Man mag sich einfach nicht!

Springer geht allerdings noch weiter, der Verlag ist auf die für beinharte Anhänger der Kostenloskultur absurd erscheinende Idee gekommen, sein Recht auch durchzusetzen. Zuerst bekam dies ein YouTuber zu spüren, der auf Wege hinwies, wie man die Sperre umgehen kann. (Was übrigens auch relativ leicht ist.) Jetzt geht man gerichtlich auch gegen den Hersteller der beliebtesten AdBlocker-Software vor, der ebenfalls Anleitungen zum Umgehen der Sperre verbreitete. Und BILD bekam Recht.
In der Diskussion um AdBlocker gab es auch immer schon Optimisten, die meinten, die Software könne sogar der Werbeindustrie helfen bessere Werbemittel zu finden. Also Werbung, die der User nicht als störend empfindet, sondern sogar hilfreich. Derartiger Optimismus dürfte allerdings bestenfalls in weiter Zukunft liegen, denn im Augenblick verhärten sich nur die Fronten. Auf der Medienseite verkünden jetzt auch Stern.de oder Spiegel Online dem Beispiel der BILD zu folgen, auf der AdBlocker-Seite erklärte man kürzlich, auch Werbeformen wie Nativ Ads, also Werbung die z.B. mittels ganzer Artikel die Aufmerksamkeit des Users gewinnen will, künftig erkennen und blocken kann. Das klingt beides nicht gerade nach Friede, Freude, Eierkuchen, oder?
Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst auf Facebook!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.