Es ist schon eine Weile her, als ich mir in dem Special Braucht mein Online-Shop ein Blog? selbst angesehen habe, wie es im deutschen E-Commerce diesbezüglich aussieht. SEOKRATIE hat sich die Sache noch etwas genauer angesehen. 

Und tatsächlich scheint es sich inzwischen bei den meisten Verantwortlichen durchgesetzt zu haben, Content Marketing ist King. In der SEOKRATIE-Studie stechen einzig Media Markt und Medion durch fehlen eines Online-Magazins hervor, dafür hat der ein oder andere Shop sogar mehr als nur eines. Otto etwa kommt auf ganze fünf Magazine jeweils zum Thema Nachhaltigkeit, Wohnideen, Fashion/Beauty/Lifestyle, Übergrößen und Technik, spricht also dementsprechend einzelne Zielgruppen individuell an. Was durchaus Sinn macht, Technik und Mode für Übergrößen unter einen Hut zu bringen, das dürfte nicht ganz so einfach sein.

Als neu stellt sich der Trend zum Online-Magazin jedoch nicht heraus. 2014 macht die Studie als „Geburtsjahr“ ausfindig, in dem die meisten der Blogs gegründet wurden. Vorreiter war allerdings zum Beispiel schon zooplus mit einem Blog aus dem Jahr 2006.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Blog und Online-Magazin / Unternehmensmagazin?

Details, wie ich immer so schön sage. Manche erklären den Unterschied damit, das Blogs persönlicher sind, während Unternehmensmagazine eher ein journalistisches Produkt sind. Das ist so auch richtig. Aus SEO-Sicht würde ich noch einen anderen Punkt nennen. Klassische Blogs eigenen sich – nicht schockiert sein – eigentlich gar nicht so gut für SEO, das liegt an ihrer Sortierung. Der neueste Beitrag ist immer ob, danach der zweit-neueste usf. Magazine hingegen strukturieren sich nach Rubriken.


Man könnte natürlich meinen, die untersuchten Online-Magazine richten sich ausschließlich an den Kunden. 83% tun dies der Studie nach auch, aber immerhin 11% dienen der Öffentlichkeitsarbeit und 3% haben sogar die eigenen Mitarbeiter als Zielleserschaft. Gerade für größere Unternehmen halte ich letzteres gar nicht mal für eine schlechte Idee, das es öffentlich geführt wird überrascht dagegen ein wenig.

Thematisch haben die Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und schreiben in der Kategorie „Ratgeber / Inspiration“, wie SEOKRATIE sie bezeichnet. Das macht Sinn. Ein Blog in dem nur die eigenen Produkte vorgestellt werden, wer würde das schon lesen wollen. Abgesehen davon wäre es auch verschwendete Liebesmüh, die Energie sollte man besser in die Produktbeschreibungen packen. Content Marketing dient auch dem Wohl der Marke und der Idee, ein Leser wird erst dann zum Kunden, wenn er – einige Zeit später – das Produkt wirklich benötigt. Das geht bringt den Online-Marketer gelegentlich natürlich in Erklärungsnot bei seinem Chef, denn Content Marketing geht auch auf Kosten der Messbarkeit. Ich weiße diesbezüglich mal auf einen Artikel von mir im März hin: Wie messbar ist eigentlich Content Marketing?

Fast die Hälfte bloggt mehrmals wöchentlich, 16% sogar teils mehrmals täglich. Die Ressourcen für mehrere Artikel in der Woche sollte man auf jeden Fall haben, schon bei einem Beitrag im Monat habe ich so meine Bedenken, ob das tatsächlich groß nützt. Bloggen ist wie Social Media, wenn ich es nicht regelmäßig machen kann, sollte ich es lieber gar nicht machen. Insofern gießen wir ein wenig Wasser in den Wein, denn nach diesem Gesichtspunkt könnte man 20% der Unternehmensmagazin auch gleich wieder dicht machen.

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