Mit diesem 10 Punkteplan gelingt jeder Relaunch

Im Internet vergeht die Zeit manchmal schneller als das Leben einer Eintagsfliege. Und eine Webseite verträgt häufiger einen Relaunch, als es der Buchhaltung lieb ist. Aber jeder Relaunch muss geplant sein, und er besteht aus mehr als einem neuen Design.

Schlechter geht es kaum, aber angren.net ist immer noch online.

Im Web sind genügend Seiten online, die gesundheitsgefährdend sind. Stichwort: Augenkrebs Und tatsächlich scheint ein veraltetes Design das beste Zeichen zu sein, seine Webseite einmal zu überarbeiten. Es ist auch oft das einzige Argument, das den Chef überzeugt, der von der Technik dahinter nichts versteht. Wer aber einen Relaunch nur mit „Das Gleiche in hübsch“ übersetzt, sollte es lieber bleiben lassen. Ein neues Design ist zwar fundamentaler Bestandteil, aber nicht mal die halbe Miete.

1. Analyse

Vor dem Plan kommt die Analyse

Jedes Projekt basiert auf Daten und deren Auswertung, so auch der Relaunch einer Webseite. Und das Web bietet manchmal mehr Daten, als einem lieb sein kann. Auf jeden Fall sollte man sich aber gründlich mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Wie kommt unsere alte Webseite bei den Usern an?
  • Welche Klickpfade gehen die User und welche nicht? 
  • Welche in den Untiefen versteckten Inhalte werden oft ergoogelt und sollten daher prominenter positioniert werden?
  • Was sagen die Mitarbeiter über die Webseite? Was finden sie gut, was schlecht?
  • Was sagen Kunden über die Webseite? Was interessiert sie, was nicht?

2. Ziele & Inhalte

  • Was soll mit der Webseite erreicht werden? Hat sich das Ziel oder ein Teilziel verändert?
  • Welcher Content soll bleiben?
  • Welche Teile kann man aufgrund der Analyse weglassen?
  • Was muss neu auf der Webseite enthalten sein?

3. Die liebe Technik

Content Management Systeme sind zwar haltbarer als Webseiten, aber dennoch kann es sich lohnen einen Relaunch auch hier zu einem Wechsel zu nutzen. Der Trend zu Typo3 vor einigen Jahren hat sich zum Beispiel als ein Problem entwickelt, weil das System heute zwar noch mächtig ist, aber für den Laien weitgehend zu kompliziert daherkommt. Beliebt ist heute vor allem wegen seiner leichten Bedienbarkeit WordPress. Und wer sich darauf beruft, man habe das immer so gemacht, sollte an dieser Stelle lieber gleich ganz aufhören. Am Besten sieht man sich mal um was jene Mitarbeiter sagen, die die Webseite bisher mit aktuellen Inhalten gepflegt haben. Zwei Dinge sollten an dieser Stelle aber tunlichst vermieden werden: Das Unternehmen bestimmt das CMS, nicht die Agentur. Die Missachtung dieser Regel ist im wesentlichen am falschen Einsatz von Typo3 schuld. Auf der anderen Seite sollte man aber auch nicht auf den einen Mitarbeiter hören, der vielleicht eine eigene Webseite betreibt und natürlich „sein“ CMS als das Beste verkaufen will.

Yep, WordPress ist schon toll!

Ein weiterer Faktor ist natürlich auch der Webserver. Ist die Ausfallquote beim bisherigen Provider gleich null oder sollte man sich nach einem stabileren Webserver umsehen? Steht eine moderne PHP-Version zur Verfügung und lässt sich das CMS auch unkompliziert daran anpassen?

4. Redesign & Usability

… aber besucht er auch deine Webseite?

Erst wenn der Inhalt der neuen Seite geklärt ist, sollte man sich ans neue Design setzen. Die alte Struktur und ihre Inhalte zu nehmen und allem ein neues Design zu verpassen ist zwar ein beliebter Marketingtrick, hat aber am Ende nur den Effekt, wenn man die Farbe seines nicht mehr funktionierenden Produktes rot, statt blau anmalt: keinen!

Ein Redesign fängt bei 0 an, das heißt auch, dass die Struktur aufgrund der Analyseergebnisse neu gedacht werden muss. Dank dieser Informationen weiß man besser was für den User wirklich wichtig ist, gegebenenfalls weiß man auch, was ihm bisher gefehlt hat. Das Gleiche gilt auch für das Design, denn auch hier können sich innerhalb weniger Jahre grundlegende Änderungen ergeben. Was der User gestern noch als angenehm empfunden hat, stört ihn jetzt. Flash war vor zehn Jahren sinnvoll eingesetzt ein guter Bestandteil jeder Webseite, heute wird er von den meisten Browsern automatisch erst einmal geblockt. Und nicht zuletzt hat vor zehn Jahren niemand Webseiten für Smartphones designt, heute jedoch muss der Webdesigner je Seite mindestens zwei Designs abliefern.

5. Die Machbarkeitsanalyse

Bis jetzt hat man sich noch problemlos seinem Wunschdenken hingeben können, doch jetzt muss erst einmal überprüft werden, ob die Technik das überhaupt hergibt. Gibt ein Webentwickler sein Ok für die Umsetzbarkeit des Designs auf allen Endgeräten, oder sagt er nein bzw. „ja, geht schon, muss aber aufwendig programmiert werden“. Und lässt sich das alles mit dem CMS der Wahl auch umsetzen, stehen die notwendigen Plugins zur Verfügung, oder müssen auch hier die notwendigen Erweiterungen erst gecoded werden? Hier gilt: Im Prinzip geht alles, ist halt nur eine Frage der Zeit und des Geldes.

6. Die Umsetzung

Ist alles geklärt geht es an die Umsetzungen auf einem Beta-System. Je nachdem wie professionell man vorgehen will kann auch ein zweites System zum Ausprobieren und A & B-Tests aufgesetzt werden. Zwar sollte der Plan eingehalten werden und große Änderungswünsche an dieser Stelle strikt abgeblockt und auf eine Zeit nach dem Relaunch verschoben werden, dennoch ist die Umsetzung natürlich ein lebendiger Prozess und kann Anpassungen mit sich bringen.

7. Die SEO-Frage

Als ich meine ersten Relaunches vor zehn oder zwölf Jahren durchgezogen habe, galt der mit einem Seufzen vorgetragene Satz noch: Nach dem Relaunch gehen die Zahlen ja immer nach unten. Ganz ehrlich, das Ranking aller bestehenden Seiten auf die neuen Seiten zu übertragen klappt noch immer nicht so ganz. Nichtsdestotrotz sollte man natürlich wissen wie etwa eine 301-Weiterleitung funktioniert, damit Suchmaschinen wie Google und Bing wissen was mit der alten Seite passiert ist.

8. Der Livegang

„Feierabend, oder wollen wir noch schnell live gehen?“ Jeder Mensch mit Verstand sollte an dieser Stelle ein lautes „Nein“ von sich geben, denn auch der Livegang will geplant sein. Durch die erhobenen Daten weiß man auch, wann eher wenig Besucher auf der Webseite sind. Jetzt wird man vielleicht nicht Sonntag um 23:30 Uhr den Livegang machen wollen (was auch nicht ratsam wäre, wie ich gleich erläutern werde), aber der Montagmorgen bietet sich zum Beispiel an (wenn die Statistiken nicht sagen, dass ausgerechnet dann ein regelmäßiges Besucherhoch zu verzeichnen ist).

Ehe man live geht, sollte die neue Webseite überhaupt erst einmal gründlich getestet werden. Sind alle Inhalte vorhanden, funktionieren alle Links, laufen die Plugins so wie sie sollen?

Vor dem Livegang sollte man natürlich wissen, was zu tun ist. Welche Servereinstellungen müssen geändert werden? Was muss im Quellcode angepasst werden, weil es auf beta.NameDerWebseite.de läuft? Das kann sich je nach CMS als problemlos oder etwas länger dauernde Aufgabe entpuppen. Wer allerdings erst während des Livegangs googeln muss, für den sind Probleme unausweislich. Außerdem sollten natürlich alle technischen Ansprechpartner erreichbar sein, vom Serverbetreiber bis zum Webentwickler.

9. Die Abschlussbesprechung

Sobald der Sekt getrunken ist, sollte man sich noch einmal hinsetzen und das ganze Projekt durchgehen. Auf diese Weise lassen sich Erkenntnisse finden und niederschreiben, die beim nächsten Relaunch vielleicht ziemlich wertvoll sein können.

10. Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch

Relaunch!

Im Rahmen des Relaunch sind vielleicht größere Verbesserungswünsche aufgetreten, die währenddessen Zeit- und Finanzplan gesprengt werden. Jetzt ist die Zeit Stück für Stück etwas neu ins Gespräch gekommene Erweiterungen zu implementieren. Wer nicht einfach seine Domain von der alten auf die neue Seite umgeleitet hat, sondern ein Testsystem behielt, hatte an dieser Stelle eine ziemlich gute Idee.

 

Selbstlernende KI – Die gute und die schlechte Nachricht!

Seien wir ehrlich, erst wenn ein Algorithmus selbstständig lernt, statt alles vorgeben zu bekommen, kann man ihn als intelligent bezeichnen. Doch auch dann lernt die KI aus den Daten von Menschen. Weshalb die gute Nachricht lautet, KI ist aktuell nicht bedrohlich intelligent, die schlechte ist, sie ist eigentlich genauso dumm wie der Mensch.

Als Microsoft seinen selbstlernenden Chatbot losschickte, war man schnell gezwungen ihn wieder einzufangen. Denn er landete offensichtlich in schlechter Gesellschaft, passt sich an diese an und keine rassistische oder sexistische Äußerung war dem Bot mehr fremd. Der zweite Versuch lieferte nicht unbedingt bessere PR, denn diesmal begann der Chatbot Windows 10 blöd und Linux ganz toll zu finden.

Aber in beiden Fällen war nicht unbedingt der Algorithmus Schuld, sondern eher das Material aus dem er zu lernen begann. Und genau das ist die Krux an einem selbständig lernenden Programm, es lernt vom zusehen und auswerten jener Daten, die man ihm zur Verfügung stellt. Und das sagt mitunter mehr über den Menschen aus, als über die künstliche Intelligenz.

An der US-Universität startete Aylin Caliskan einen interessanten Versuch. Man trainierte eine künstliche Intelligenz mit einem Wortschatz aus 840 Milliarden aus dem Internet gezogenen englischen Worten. Ziel war es die KI so zu trainieren, dass sie am Ende sagen konnte, welche Begriffe semantisch zusammengehören. Beim Begriff „Blumen“ funktionierte das noch recht gut, hier ordnete die KI positive Begriffe zu. Das tat sich auch bei westlichen Vornamen, afro-amerikanische Vornamen dagegen wurden negativen Begriff zugeordnet. Die Vornamen von Männern brachte die KI mit Karriere und Mathematik in Zusammenhang, weibliche Vornamen eher mit Familie. Mit anderen Worten, die KI übernahm menschliche Vorurteile. In diesem Fall mag das noch eine harmlose akademische Spielerei gewesen sein, dummerweise gibt es aber etwa eine amerikanische Software die bei Bewährungsfragen von Strafgefangenen deren Rückfallrisiko bewerten soll. Und wenn der Strafgefangene schwarz war … wir wissen was ich meine.

Es scheint fast so, als wäre der größte augenblickliche Erfolg einer selbstlernenden Künstlichen Intelligenz, uns den Alltagsrassismus und die Vorurteile der Gesellschaft deutlich vor Augen zu führen.

Was also tun? Fakten einfach streichen, die etwa auf eine ethnische Herkunft hinweisen? Könnte man machen, hat aber zwei entscheidende Nachteile: 1. Es ist auch ein menschliches Werturteil, das der Algorithmus erlernt. 2. Spielt die ethnische Herkunft durchaus auch eine Rolle. Eine Medikamentenempfehlung etwa sollte die ethnische Herkunft kennen, denn bei einigen Wirkstoffen macht das durchaus einen Unterschied.

Wichtiger wäre es wohl den genauen Entscheidungsweg der KI nachvollziehen zu können. Das allerdings ist gar nicht so einfach, denn auch wenn wir wissen das der Algorithmus aus den bereitgestellten Daten lernt, wie er das genau tut, dass weiß keiner so wirklich. Und nicht immer steht eine Statistik bereit, bei der ein Mensch stutzig werden könnte. Den Entscheidungsweg nachvollziehen zu können ist auch deshalb wichtig, weil eine KI nicht immer die richtigen Schlüsse zieht.

Ein Beispiel aus der menschlichen Wissenschaft. Jahrhunderte sahen die Menschen in den Himmel und schlossen aus ihren Beobachtungen, dass sich die Sonne und alle Planeten um die Erde drehten. Entgegen dem üblichen Vorurteil war dieses Weltbild keine kirchliche Lehrmeinung, sondern eine durch Beobachtung (scheinbar) belegte wissenschaftliche Tatsache. Heute wissen wir das dieses Weltbild Quatsch ist, da kann man es noch so lange mit eigenen Augen sehen.

Über solche Fehler sind auch Algorithmen nicht erhaben, wie eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts etwas nahelegt. Dort wollte man genauer wissen wie eine Bilderkennungssoftware lernt den Inhalt eines Bildes anhand von Beispielbildern zu erkennen. Der Algorithmus war recht gut darin eine Eisenbahn zu erkennen. Als man mittels einer Heatmap aber herausbekam, welche Aspekte der Algorithmus ganz besonders als Kriterium heranzog, war man überrascht. Es war eben nicht die Eisenbahn, sondern die Schienen, die dafür sorgten das eine Bild mit einer Eisenbahn als Bild mit einer Eisenbahn klassifiziert wurde. Hätte man aber ein Bild mit einem Auto reingeschmuggelt, das auf Schienen steht – der Algorithmus hätte wohl eine Eisenbahn erkannt. Mitunter hätten auch einfach schon die Schienen für eine entsprechende Einordnung genügt.

 

 

So einfach bekommt man seinen eigenen Chatbot

Chatbots sind inzwischen vom reinen Buzzword in den Alltagsstatus übergegangen. Sie haben nicht immer den besten Ruf, können aber in erster Linie eine Menge nützlicher Dinge.

Wenn heute, gerade im Vorfeld des Bundestagswahlkampf, von Chatbots gesprochen wird, dann meist mit einem negativen Beigeschmack. Chatbots hält man dann meist für Programme, die auf Facebook oder Twitter Stimmung machen – und meist nicht unbedingt für die Parteien der Mitte. Dabei sind die kleinen Programme eine nützliche Erfindung vor allem für alle, die etwa nicht rund um die Uhr am Rechner sitzen können, um die Reaktionsschnelle an den Tag zu legen, die man gerade in den sozialen Medien braucht. Und selbst wenn, Chatbots können einem eine Menge Arbeit abnehmen. Und dank Diensten wie Chatfuel nicht nur schnell programmiert, sondern auch noch günstig bis umsonst einsetzbar.

Zum eigenen Chatbot in wenigen Minuten (?)

Das Angebot von Chatfuel ermöglicht es etwa für die eigene Facebookseite auf die Schnelle einen Chatbot einzubinden, der dann via Messenger den Kontakt mit Fans und Kunden übernimmt. Dazu stellt der Dienst nicht nur die Möglichkeit bereit Texte oder Bilder zu verwenden, sondern auch einige andere Features wie eine JSON Api, Google oder Bing Suche oder die Integration von WordPress-Elemente über Zapier. Kurz, mit der kostenlosen Bordausstattung lässt sich schon einiges umsetzen.

Den Dialog mit dem Nutzer kann man dann zum Beispiel über Quick Replies lösen, die dem Nutzer im Messenger zum Antippen angeboten werden und dann den vorgegeben nächsten Block laden. Wer mit seinem Chatbot also ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt, kann den Nutzer hier perfekt durch die verschiedenen Optionen leiten.

Aber natürlich sollte ein Chatbot auch auf offene Fragen antworten können. Dazu bietet Chatfuel die „künstliche Intelligenz“-Funktion an. Wie ganz allgemein, sollte man diesen Begriff aber auch hier nicht allzu hoch hängen, kommt es im Wesentlichen doch auch hier vor allem auf die Intelligenz des Kopfes dahinter an. Hinter der Funktion versteckt sich nämlich im Grunde nur die Möglichkeit als Reaktion auf vorgebbare Begriffe bestimmte Antworten ausspielen zu lassen. Am Ende beantwortet der Chatbot also nur die Fragen, auf die sein Schöpfer vorher selbst gekommen ist. Für deutsche Anwender zeigt sich hier aber – zumindest meiner eigenen Erfahrung nach – auch ein wenig die Schwäche des in Englisch gehaltenen Dienstes, der hier gelegentlich so seine Probleme mit den deutschen Umlauten hat.

Vor dem Livegang kommt das Testen.

Insgesamt funktionieren die angebotenen Funktionen allerdings recht gut und man kann Chatfuel auch getrost auf deutschsprachigen Seiten einsetzen.

Vor dem Programmieren kommt die Planung

Ehe man sich aber daran macht seinen eigenen Chatbot zusammenzustellen, sollte man sich erst einmal hinsetzen und einige Ablauforganigramme zeichnen. Einfach wild zusammengestellte Chatbots funktionieren nicht und das Nachbessern hat dann oft nur den einen Effekt, dass sich auch der Schöpfer selbst nicht mehr richtig auskennt. Das gilt für den eigentlichen Ablauf ebenso, wie bei der Vorbereitung auf offene Fragen durch den Nutzer. Ohne ein ausführliches Brainstorming braucht man sich erst gar nicht an die Arbeit zu machen.

Sind Chatbots überhaupt beim Nutzer akzeptiert?

Bei allem Funktionsumfang bieten Dienste wie Chatfuel am Ende allerdings nicht die Möglichkeit einen Chatbot zusammenzustellen, der den Nutzern langfristig vorspielen kann ein echter Mensch zu sein. Und ganz ehrlich, das sollte man auch um Himmels Willen nicht tun. Ein zum Scheitern verurteilter Versuch verärgert den Nutzer im Zweifel nur. Ich würde also dringend empfehlen gleich in der Willkommens-Nachricht klar zu machen, dass hier keine Interaktion mit einem echten Menschen stattfindet.

Außerdem sollte man mittels der „künstlichen Intelligenz“ auch immer eine Antwort darauf haben, wenn Wörter wie „echter Mensch“ usw. fallen. Die beiden Chatbots die ich mit dem Dienst zusammengestellt habe, entschuldigen sich dann immer und stellen Kontaktdaten zur Verfügung, an deren Ende der Nutzer dann mit Menschen kommunizieren kann.

Das Fazit:

Dienst wie Chatfuel bieten auch Nicht-Programmierern, kleineren Unternehmen usw. die Möglichkeit von den Vorteilen von Chatbots teil zu haben, ohne dabei mehr Vorkenntnisse als eine gewisse Logik beim Ablauf der Gespräche haben zu müssen. Freilich sind sie aber nur ein Vorgeschmack auf das was noch kommen wird. Aber ein Vorgeschmack, bei dem man unbedingt dabei sein sollte, will man sich von der innovationsfeindlichen und kommunikationsfaulen Konkurrenz angenehm abheben.

 

Neue Chancen durch die Digitalisierung bei Bildung & Weiterbildung

Wenn jemand gebeten wird Vorteile der Digitalisierung zu nennen, landet er oft zwangsweise beim Thema Weiterbildung. Denn diese scheint durch MOOC’s & Co gewissermaßen plötzlich für alle bereitzustehen. Doch ist dem wirklich so?

Vorhin habe ich mal aus Neugier die folgende Präsentation bei Slideshare durchgeklickt. Schließlich ist Bildung eines meiner Hauptlebensthemen, auch wenn ich sie nicht ganz so begreife, wie es die Wirtschaft vielleicht hätte. (Das habe ich hier schon mal ausgearbeitet.)

Kann mit Hilfe des Netzes Weiterbildung also tatsächlich die soziale Spaltung überwinden? Nö, kann sie nicht. Aber kann das Netz die Spalte zumindest etwas verringern? Ja, ein klitzekleinwenig vielleicht.

Vielleicht sollten wir aber doch erst Mal zumindest den rudimentären Unterschied zwischen Bildung und Weiterbildung begreifen. Bildung ist – zumindest für mich – etwas, das sich selbst als Zweck genügt. Natürlich komme ich gebildet im Leben besser zurecht, aber das muss nicht so sein und es ist auch nicht der Grund für mich Bildung zu erwerben. Weiterbildung hingegen hat einen Zweck, der in der Regel auch beruflich begründet ist. Und wenn wir davon sprechen, dass durch Weiterbildung die soziale Spaltung bekämpft werden soll, dann eben, weil berufliche Weiterbildung einen beruflichen Erfolg verspricht. Ob das Versprechen auch eingehalten wird, hängt freilich nach wie vor mehr vom Glück oder der sozialen Herkunft ab, als es uns lieb sein kann.

Ob die durch das Internet angebotenen neuen Möglichkeiten tatsächlich einer breiten Masse helfen können, hängt entscheidend von zwei Faktoren ab.

  1. Wie stark ist der Zugang (finanziell) limitiert?
  2. Wie sieht es mit der Anerkennung digital erworbener Zertifikate aus?

Wer sich selbst für seine Weiterbildung Quellen zusammensucht, der investiert auch heute noch tatsächlich in erster Linie Zeit und muss nicht tief oder auch gar nicht in den Geldbeutel greifen. Das Problem, bei Punkt 2 schneidet er besonders negativ ab, denn wie es auch in obiger Präsentation der Bertelsmann Studie heißt: „Ohne Abschluss kein Anschluss. Unsichtbare Kompetenzen bringen niemanden weiter.“ Es ist ein ur-deutsches Problem, hast du kein Zeugnis, kannst du noch so gut in etwas sein …

Wer gezielter bei seiner Weiterbildung vorgehen will, landet oft bei sogenannten MOOC’s. Vor zwei bis drei Jahren waren diese organisierten Online-Kurse mit Lehrpersonalunterstützung der große Hype. Und damals durchaus auch im kostenlosen Angebot interessant. Aber natürlich wollen auch virtuelle Universitäten Geld verdienen. Deshalb sind manche Kurse komplett kostenpflichtig, während bei anderen Modellen nur für eine abschließende Prüfung Geld hingeblättert werden muss. Und das mitunter für ein Zertifikat, das am Ende nicht die Pixel wer ist, aus denen es besteht.

Yep, das sind wir nochmals beim ur-deutschen Problem gelandet, denn es kommt eben auch darauf an, wer das Zeugnis ausstellt. Branchen, die der Digitalisierung näher sind, sind auch eher geneigt ein Zertifikat eines MOOC’s anzuerkennen. Das Gros will aber zumindest einen IHK-Stempel sehen, das macht es sozusagen offiziell. (Ironischerweise braucht man bei digital bewanderten Unternehmen mit solchen Zeugnissen bei Weiterbildungen im digitalen Bereich erst gar nicht auftauchen, wenn man kein Naserümpfen verträgt.)

Digitale Weiterbildungen sind (noch) nichts wert

Insgesamt muss man leider auch heute noch feststellen das MOOC’s & Co., ob man dafür jetzt gezahlt hat oder nicht, noch nicht allzu viel in der deutschen Wirtschaft zählen. Ihnen hängt der Haus des Nichtnachweisbaren an, und überhaupt, kann man bei diesen Online-Tests nicht schummeln was das Zeug hält?

Wer sich dennoch auf eigene Kosten weiterbildet, muss nicht selten erleben, dass der Gewinn dann durch den Arbeitgeber eingefahren wird. Der nimmt die (neuen) Kenntnisse des Arbeitnehmers gerne mit, aber karrieretechnische oder finanzielle Gegenleistungen gibt es selten.

Ob sich das irgendwann ändern wird? Wahrscheinlich. Denn auch wenn deutsche Universitäten erwartungsgemäß keine Vorreiter bei der Digitalisierung des Studiums sind, daran vorbeikommen werden sie kaum. Wer heute nach Online-Kursen sucht, wird immer wieder auf eine (sprichwörtliche) Handvoll Unis stoßen, die hier voranschreiten. Die anderen werden allein aus Kostengründen folgen (müssen). Und von der Etablierung des E-Learnings in die offiziellen Kanäle werden auch die nicht staatlich oder von Verbänden getragenen Angebote profitieren. Letztlich natürlich auch, weil die alten Entscheidungsträger weichen werden.

 

Bitcoin: Das Auseinanderbrechen mit Ansage

Es gibt eine alte Grundregel: Sobald ein digitales Thema im Mainstream angekommen ist, ist es eigentlich so gut wie tot. Nun, seit geraumer Zeit weiß auch manch Otto-Normal-Bürger was ein Bitcoin ist (so ungefähr). Und heute kam es zum Bruch.

Es war ein Bruch mit Ansage, der auch wenig mit der steigenden Beliebtheit von Bitcoins zu tun hat. D. h. eigentlich doch, denn es war ja vor allem auch die steigende Nachfrage, die eine Reform des ganzen Projekts notwendig machte. Aber wie das mit notwendigen Reformen so ist, nicht jeder hält sie wirklich für notwendig.

Um das zu verstehen, müssen wir aber zumindest oberflächlich mal verstehen was Bitcoins wirklich sind – keine Sorge, ich steige nicht so tief ein, um die Blockchain zu erklären.

Was sind Bitcoins? Bitcoin ist natürlich in erster Linie eine digitale Währung, aber ohne eine dahinter stehende Notenbank. Bitcoins kann man mit echtem Geld kaufen, oder es selbst „schürfen“, digital natürlich. Da die Gesamtmenge an Bitcoins allerdings begrenzt ist, machte das Schürfen am Anfang viel Sinn, heute kommt nicht mehr wirklich etwas dabei heraus – würde mich wundern, wenn man davon noch die Stromrechnung des schürfenden PCs bezahlen könnte.

Okay, doch ein bisschen Blockchain:

Wie auch immer, die Mehrheit der Miner hat sich inzwischen unter anderem für eine Veränderung des Mining-Algorithmus entschieden. Aber wo es eine Mehrheit gibt, gibt es auch eine Minderheit die an der alten Ordnung festhält.

Die Medien haben sich des Themas ja vor allem deshalb angenommen, weil sie spitz bekommen haben, dass der Wechselkurs des Bitcoins in staatliche Währungen in die Höhe schießt. Man muss also nicht Schürfen, um damit was zu verdienen. Man muss nur früh genug welche gekauft haben. Die gleichen Journalisten die vor ein paar Jahren Bitcoins aufgrund der Blockchaintechnologie für kompletten Blödsinn erklärt haben, machen seit ein paar Monaten einen Riesenhype um das Thema.

Wer jetzt mit Bitcoins spekuliert, braucht sich aber wohl noch keine Sorgen zu machen. Aktuell scheint der hohe Kurs nach wie vor stabil zu sein. Und ob die Abspaltung derjenigen, die die alten Regeln behalten wollen, tatsächlich von Erfolg gekrönt sein wird, darf zumindest bezweifelt werden. Zwei sich parallel entwickelnde Digitalwährungen sehen die meisten im Web auch nicht gerade als positiv an, was ich durchaus anders bewerte. Denn auch heute ist Bitcoin ja nicht die einzige Digitalwährung, es ist nur die alles dominierende. Und Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft.

Am Ende kommt es aber vor allem auf das Vertrauen der Nutzer an. Denn Bitcoins haben solange ihren Wert, solange dafür entweder Waren eingekauft oder Bitcoins in klassische Währungen umgetauscht werden. (Unter uns, im Prinzip ist es seit Aufhebung der Goldbindung auch bei den klassischen Währungen nicht viel anders. Von einem sich anschließenden Gesetzeswirrwarr mal abgesehen.) Und selbst wenn das Projekt Bitcoin am Ende scheitern wird, was nicht wirklich auszuschließen ist. So what? Wir zahlen ja auch nicht mehr in Reichsmark oder Gulden. Währungen kommen und gehen letztlich eben. Was die wirkliche Leistung der Bitcoins hingegen ist, ist schlicht die Technologie der Blockchain, die durchaus das Potenzial hat unsere gesamte Finanzwelt durcheinander zu wirbeln.

 

Microsofts Explanimators – Was ist eigentlich …

Wenn es eines gibt, was sich seit Anbeginn der Massentauglichkeit des Internets nicht verändert hat, dann die Liebe der Macher zu Buzzwords. Für den ein oder anderen Laien ist es dann gar nicht so leicht zu wissen, was wirklich dahinter steckt.

Microsoft hat auf seinem Youtube-Kanal vor einigen Monaten mit der Reihe Explainmators eine neue Serie von animierten Erklärfilmen begonnen, die recht anschaulich einige dieser Buzzwords erklärt.

Den Anfang macht natürlich, wie könnte es anders sein, die künstliche Intelligenz:

Während aber künstliche Intelligenzen wie Cortana bei vielen noch Ängste hervorrufen, wird sich das Internet of Things quasi durch die Hintertür auch bei diesen Skeptikern einschleichen:

Die dritte und aktuelle Ausgabe der Serie beschäftigt sich indessen mit der Thematik der mixed Reality, die Hololens lässt grüßen:

 

Der digitale Arbeitsplatz besteht aus mehr als einem Computer

Das Deutschland bei der digitalen Revolution nicht gerade eine Führungsrolle übernimmt ist eine Binsenweisheit. Das Problem ist aber weniger, dass selbst Rumänien ein besseres Internet hat. Das Problem steckt in den Köpfen der Entscheider.

So manche Führungskraft begegnet der Frage, ob seine Mitarbeiter einen digitalen Arbeitsplatz hätten regelrecht mit Unverständnis. Was für eine blöde Frage, als ob man heute ohne Computer wirklich arbeiten könnte. Es ist also kein Wunder, das man in Deutschland auch hier hinterherhinkt – oder wie üblich das Problem noch nicht einmal versteht.

„Eine Vielzahl an neuen Technologien hat in den letzten Jahren einen umfassenden Wandel der Arbeitsplätze in Deutschland angestoßen. Die meisten Unternehmen – darunter auch die großen – wissen allerdings noch nicht, wie sie die neuen technologischen Möglichkeiten zu ihrem Vorteil nutzen können”, stellt Andreas Weingarten fest, General-Manager Sales von Dimension Data in Deutschland. – Quelle: t3n

Man befindet sich zwar in einer digitalen Welt, das Subsystem Arbeitsplatz hat sich aber seit zehn Jahren kaum verändert. (Und die immer noch vorhandene Verbreitung von Windows XP legt nahe, dass man das durchaus auch wortwörtlich nehmen kann.) 60 % der Unternehmen haben nach einer Studie von Dimension Data noch immer nicht einmal einen Plan wie man das ändern könnte.

Manche setzen zumindest auf Stückwerk und modernisieren sich mal hier, mal da. Andere halten sich dagegen von Dingen wie der Cloud, SaaS oder gar die sich im Entstehen befindliche Künstliche Intelligenz beinahe bewusst fern. Dabei sind all diese Felder inzwischen durchaus schon marktreif, von der KI vielleicht mal abgesehen. Und auch das deutsche Scheinargument des Datenschutzes gilt nicht mehr, spätestens seit Microsoft seinen deutschen Kunden eine deutsche Cloud bietet. Statt auf das gängige, stets auf dem neuesten Stand befindliche Abo zu setzen, ziehen sie es vor ihre Mitarbeiter mit tagtäglich ein wenig älter und rückständig werdenden Office-Produkten zu versorgen. Das hat ein wenig was von Zeitkapseln, die man in der Erde vergräbt um zukünftigen Generationen zu zeigen wie das Leben damals war. Nun kommt beileibe nicht mit jedem Update eine neue Innovation, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Feature Usus wird, das man nicht hat, oder ein Kunde eine Datei schickt, die man nicht mal mehr öffnen kann oder der ein entscheidender Teil in der Darstellung fehlt. Dann ist man plötzlich dankbar, wenn ein Mitarbeiter sagt, dass er es zuhause macht, wo die Softwareausstattung aufgrund der durch das Abomodell entstandenen Erschwinglichkeit früher unbezahlbarer Software, die Ausstattung schon jetzt nicht selten moderner ist. Ob man mit dieser Möglichkeit jedoch die Creme della Creme der Fachkräfte an sich binden kann? Eher nicht.

Ein Grund mag auch sein, dass der digitale Arbeitsplatz auch mehr ist als Hard- oder Software, sondern auch die Organisation der Arbeitswelt an sich grundlegend verändert. Denn die Zeiten in denen der Chef noch Argumente hatte, um sich gegen Home Office, oder andere Arbeitsmethoden die dem Mitarbeiter mehr Freiheit und Selbstbestimmung bringen, auszusprechen, gehören mit der Digitalisierung endgültig der Vergangenheit an. Nahm in den Urzeiten die digitale Boheme für sich in Anspruch im Lieblingscafé arbeiten zu können, kann das dann jeder. Den damit einhergehenden Kontrollverlust akzeptieren manche Führungskräfte dagegen lieber noch nicht. Nachdem Jahre lang der Datenschutz als Pseudoargument vorgeschoben wurde, wird jetzt immer offensichtlicher, dass die Entscheider in großen, wie in kleinen Unternehmen sich in Wahrheit gegen einen Kulturwandel in der Arbeitswelt stemmen, an dessen Ende sie nicht nur den Kontrollverlust fürchten, sondern natürlich auch ihre eigene Bedeutung. Denn ein autark arbeitender Mitarbeiter benötigt sie eben nicht mehr in dem Ausmaße wie heute. Nun tut er das heute natürlich auch nicht, aber man kann zumindest so tun, in dem man sprichwörtlich über Schultern blickt. Das dadurch Potential und Leistung verloren geht, schon heute ist klar, dass Mitarbeiter im Home Office wesentliche effektiver sind, als im Büro, ist die Kehrseite. Nicht wenige werden sich noch eine ganze Weile fragen, warum die am besten qualifizierten Mitarbeiter sich irgendwann abwerben lassen und der Nachwuchs lieber gleich woanders hingeht. Einige werden daran sicher auch zugrunde gehen. Aber wenn ich ehrlich bin, diese Entwicklung ist inzwischen so offensichtlich, dass es einem schwerfällt jenen nicht ein „gehört sich auch so“ hinterher zurufen.

 

WhatsApp knackt die Milliarden-Marke

Wann hast du zum letzten Mal mit deinem Handy eine SMS verschickt? Manchen müsste man vielleicht sogar fragen, ob er jemals eine SMS verschickt hat. WhatsApp scheint die SMS inzwischen zu Grabe getragen zu haben. Eine Milliarde Nutzer versenden ihre Nachrichten inzwischen über den Dienst.

Die Älteren unter uns werden sich noch erinnern, damals, als die Handys massentauglich wurden und zum ersten Mal in die Hosentasche passten, ohne das man gleich Schlagseite bekam. Eine SMS zu verschicken war nicht einfach, als Tastaturen meist den Blackberrys vorbehalten waren und man auf einer Nummerntastatur schreiben musste. Und trotzdem, eine SMS zu schicken war verdammt praktisch. Wer es drauf hatte, konnte sich eine Menge lästige Langzeittelefonate ersparen und Informationen pur verschicken. Aber wenn man das heute den Kids erzählt, bekommt man eine Vorstellung davon was der Satz „Opa erzählt vom Krieg“ bedeutet.

WhatsApp schickte sich an das alles zu vereinfachen. Ein Messenger außerhalb der Sozialen Netzwerke wurde sozusagen selbst zu einem, allerdings einem Vertreter, der sich vollkommen auf die Kommunikation konzentrierte. Und ich persönlich muss sagen, spätestens als meine Mutter damit begann begeistert Nachrichten, Bilder oder Filme per WhatsApp zu verschicken, war der Dienst endgültig am Ziel angelangt. Immerhin hatte sie sich Jahre lang gegen ein Smartphone an sich gewehrt, aber einmal WhatsApp installiert – da war der Widerstand gebrochen.

Sie ist also jetzt eine der 1 Milliarden Nutzer, die inzwischen jeden Monat den Dienst verwenden. Und sie dürfte es auch weiter tun, denn trotz aller berechtigten Kritik muss man immer noch feststellen, die Masse hat von Telegram & Co. noch nie etwas gehört. Und wenn doch, dann kennt sie zumindest niemanden, der auch dort ist. Der Dienst dominiert inzwischen den Markt und hat die gute alte SMS längst verdrängt, und das hat durchaus tiefere Gründe als nur die Möglichkeit neben Text auch Bilder oder Videos verschicken zu können. In ihren besten Zeiten war die SMS ein Kommunikationswerkzeug, WhatsApp aber ist – wie oben beschrieben – schlicht ein Soziales Netzwerk geworden. Oder zumindest verbindet es die beiden Welten so geschickt miteinander, dass der Dienst sich inzwischen unersetztbar gemacht hat.

Das nächste große Ziel dürfte es wohl sein dem Dinosaurier der digitalen Kommunikation das Wasser abzugraben, der E-Mail. Zwar wurde dieses Medium schon mehr als einmal totgesagt und hat all seine Totengräber überlebt, aber bei der Geschwindigkeit der Kommunikation über WhatsApp kann auch sie nicht mehr mithalten. Facebook, für seine Investition einst auch schon mal belächelt, weiß das und bringt WhatsApp langsam, aber sicher auch vom Smartphone auf den Desktop. Die Nutzung über den Browser ist schon lange möglich, aber erst kürzlich wurde auch der erste offizielle Client für Windows vorgestellt. Und ich persönlich halte die Integration von WhatsApp in den Browser Opera für eines seiner nützlichsten Werkzeuge.

 

Japan: Ein Roboter serviert Kaffee in einem Smartphone-Geschäft

Wenn es um Roboter in der Arbeitswelt geht, kommt mitunter die Angst bei Angestellten hoch irgendwann von einem ersetzt zu werden. Bei vielen ist diese Angst durchaus auch berechtigt, dieser kleine Geselle der in einem Smartphone-Geschäft in Tokio die Kunden mit Kaffee versorgt scheint aber eher ungefährlich zu sein. Zwar erinnert er sich zum Beispiel an die Gesichter von Kunden, aber so lange er auf ein auf die Brust geschnalltes Tablet angewiesen ist, besteht aber immer noch reichlich Optimierungspotential.

via Feareastgizmos

 

Es hat begonnen: US-Firma chipt seine Mitarbeiter

Wenn zukünftige Historiker sich einst fragen werden, wann die Utopie in eine Dystopie umgeschlagen ist – es wird das Jahr 2017 sein. Und passiert ist es in einem Unternehmen im amerikanischen Wisconsin.

So läuft’s im Showbiz eben. Als wir unseren besten Freund mit einem Chip versehen haben, war das irgendwie ganz nützlich. Als dann manche Eltern dachten, was man mit Hunden machen kann, funktioniert bestimmt auch bei unseren Kindern – da wurde das Ganze schon ein bisschen krank. Aber rückblickend war es schon damals nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee für den nächsten Schritt kam.

Nun muss man natürlich erst einmal anmerken, dass die Chips die künftig in den Händen der Mitarbeiter von 32M keine Ortungsfunktion haben. Die dort eingesetzte NFC-Technik soll vor allem drei Funktionen haben: Der Mitarbeiter muss keinen Zahlencode mehr in das elektrische Schloss eingeben, sich nicht mehr am Computer anmelden und in der Unternehmenskantine kann mit dem eingepflanzten Chip gezahlt werden. Gut, das ginge genauso mit einer Karte, aber die benutzt heute ja jedes bessere Hotel – wo wäre da die Zukunft? Man könnte natürlich auch Windows Hello am PC laufen lassen, damit kann sich der Mitarbeiter per Gesichtserkennung anmelden. Das ist zumindest schon ein bisschen Zukunft, oder? Wie auch immer, seien wir ehrlich, würde 32M Ringe mit der gleichen Technik verteilen, auf nichts müsste verzichtet werden. Außer der Tatsache, dass jeder sofort den Chip ablegen könnte. Mit einem Chip unter der Haut ist das nicht mehr so einfach. Ist der einzige Grund dafür also, dass man den Chip auf diese Weise auch nicht mehr zuhause liegen lassen kann?

Etwas über 50 32M-Mitarbeiter werden sich den Chip implantieren lassen, nicht alle, denn natürlich will man das ohnehin vorhandene Misstrauen nicht auch noch durch eine Zwangsimplantation verstärken. Nach dem Motto, wer hier arbeitet, muss das halt tun. Es schädigt ja niemanden und wer kündigt, dem wird der Chip wieder entfernt. (Was in diesem Fall allerdings noch nicht geregelt scheint, so nebenbei.) Aber was heißt schon freiwillig? Fast jeder Arbeitnehmer dürfte das ein oder andere Beispiel kennen, bei dem er selbst durch Gruppenzwang, Angst den Job zu verlieren oder anderen Gründen etwas offiziell ganz freiwillig getan hat …

Die Zukunft ist eben auch schon heute.

Vor ein paar Wochen habe ich einen ziemlich schlechten ScienceFiction-Roman von John Sandford, Das Objekt, gelesen, in dem genau das schon der Fall ist. Türen öffnen sich dort nur vor demjenigen, der den richtigen Chip implantiert hat. Insgesamt klingt diese Entwicklung auch arg nach David Eggers erschreckend realistischer Zukunftsvision The Circle. Auch dort kann man sehr gut den Unterschied zwischen den beiden Versionen der Freiwilligkeit kennenlernen.

Yep, was 32M einführt birgt auf den ersten Blick keine Gefahr und vereinfacht das Leben jener Angestellten, die den Chip nutzen. Aber seien wir ehrlich, diese Geschichte klingt so verdammt nach „so hat es angefangen“, dass man nur den Kopf schütteln muss. Denn jeder Chip ist genauso erweiterbar wie jede Idee. Die Möglichkeiten sind unendlich, und nicht wenige dieser Möglichkeiten werden genutzt werden. Was etwa recht schnell kommen könnte, ist der Chip als Ersatz für die Fußfessel im Strafvollzug. Um die Menschen an die Idee zu gewöhnen, ist es schließlich äußerst sinnvoll eine Gruppe auszuwählen, die nicht gerade eine große Lobby hat. Von da an kann es dann munter weiter gehen, bis der Arzt gleich nach der Geburt den Chip implantiert.

 

Digitalisierung: Ihr Deutschen, hört die Signale (endlich mal)

Deutschland war die erste Weltraumnation. Echt, waren wir. Gut, leider war es eine V2, deren Zweck auch nicht der Flug zum Mond war, sondern London in Angst und Schrecken zu versetzen. Also eigentlich ein blödes Beispiel dafür, dass wir mal führend bei neuen Entwicklungen waren. Aber wenn es so weiter geht, müssen wir nostalgisch bald alles aufzählen, was wir noch kriegen können.

Denn mit Deutschlands Führungsanspruch wird es demnächst vorbei sein. Wir investieren zwar kräftig, belegen nach einer Studie des BDI (welt.de Paid) sogar noch Rang 4, wenn es um Investitionen an sich geht. Aber bei dem heißen Scheiß überhaupt, der Digitalisierung belegt Deutschland einen mühsam gehaltenen 17. Platz. Und ich gehe jede Wette ein, dass wir demnächst sogar aus den Top 20 rausfallen werden.

Warum, zum Beispiel weil es selbst in Rumänien bessere Internetverbindungen gibt, als bei uns. Was man natürlich mit einem richtigen Investitionsprogramm schnell lösen könnte, aber das Problem sitzt bekanntlich leider weit tiefer.

Problem 1: Der deutsche Mittelstand

Während man andernorts inzwischen weitestgehend aufgewacht ist, glaubt der durchschnittliche Mittelständler noch immer, diese Digitalisierung sei ein Hype der wieder vorbeigeht. Man hat ja eine Internetseite, guckt alle zwei, drei Wochen ob sie online ist, und damit ist man dann ja dabei, bei diesem Internetzeugs. Die Cloud? Unsicher und kein Datenschutz! (Stimmt beides nicht, zumindest ist die Cloud nicht unsicherer als der PC des Angestellten und das Datenschutzproblem hat man in den Griff bekommen) SaaS? Abzocke! (Stimmt insofern natürlich, dass Microsoft, Adobe & Co. damit mehr Geld verdienen wollen, aber ewig wird die gekaufte Software von 201x auch nicht aktuell bleiben.) Neue Arbeitskultur? Ja, klar, aber der Fachkräftemangel liegt ja wohl daran, dass die Leute alle blöd aus der Schule kommen. (Tun sie leider wohl tatsächlich zu hauf, aber die Schlauen gehen woanders hin.) Der einstigen deutschen Innovationsfreude setzt der Mittelstand heute ein „läuft doch“ entgegen.

Problem 2: Die Politik

Ja, irgendwie nimmt ein Politiker das Wort „Digitalisierung“ schon ab und zu in den Mund, aber ein Topthema bei den Wahlen dürfte daraus nicht werden. Und dabei ist die Digitalisierung gerade dabei unsere Gesellschaft mit einer Macht umzukrempeln, die eigentlich nicht einmal mit der Erfindung der Dampfmaschine vergleichbar ist. Die deutsche Politik dagegen verschwendet auch das letzte bisschen an Energie damit, die deutsche Autoindustrie zu retten, ob wohl die sich alle Mühe gibt vorzeitig Selbstmord zu begehen, ehe die Disruption sie ausradiert. Statt sich die Frage zu stellen was mit all den Beschäftigten der Autoindustrie werden soll, lässt man sie lieber sehenden Augens gegen die Wand fahren.

Problem 3: Der Staat

Hier und da gibt es in deutschen Städten kleine Modelprojekte in Sachen Startup-Förderung, aber auch die Startups dort stehen irgendwann vor einem Verwaltungsbeamten, der zwar Verordnungen und Gesetze lesen kann, aber na ja, nix anderes eben. Startups stoßen heute auf einen Apparat an Verwaltung und Regelungen, die zum großen Teil für die gute alte Bundesrepublik gemacht wurden. Damals, als Computer noch was für Nerds waren und man mit Tipp-Ex echt gutes Geld verdienen konnte.

Problem 4: Das Bildungssystem

Das deutsche Bildungssystem ist derart damit beschäftigt auch ja kein Kind aus der Unterschicht sein Abitur ablegen zu lassen, das es gar nicht auf die Idee kommt sich reformieren zu lassen. Statt Leistung zählt der soziale Status der Eltern. Und wer die Schule hinter sich gebracht hat, kommt an eine ihrer ursprünglichen Bedeutung entrissenen Universität, die derart nach Wünschen der Wirtschaft ausgerichtet wurde, dass die inzwischen selbst sagt, dass das alles so nicht funktioniert.

Jetzt ist in der Digitalisierung nicht alles Gold was glänzt. Im Gegenteil, wenn wir die digitale Zukunft nicht gestalten, sondern die anderen einfach machen lassen, dann wird das ganze ziemliche Scheiße. Und ich rede nicht von der Hinterlassenschaft eines Dackels, sondern von dem was hinten aus einem Brontosaurus rauskommt. Doch um zu gestalten muss man sich a) des Problems überhaupt bewusst sein und b) soweit vorn mit dabei sein, um effektiv Änderungen durchsetzen zu können. Keines von beiden ist derzeit in Deutschland der Fall.

Uns fehlt der Mut!

Deutschland hat seine Innovationsfähigkeit verloren, weil uns der Mut abhanden gekommen ist. Der Spatz in der Hand, hat den Adler als deutsches Wappentier verdrängt. Die einzigen, die noch „Mut“ in den Mund nehmen sind die Deppen von der AfD, und profitieren damit lediglich am meisten von der Angst vor Neuem. Innovation bedeutet aber eben immer auch das Risiko des Scheiterns, eine gute Idee alleine reicht nicht. Schlimmer noch, auch wer eine gute Idee zum richtigen Zeitpunkt hat, hat keinerlei Garantie damit auch Erfolg zu haben. Allerdings sorgen die Rahmenbedingungen derzeit eben vor allem dafür, dass er auch wesentlich schlechtere Chancen hat, als anderswo. Die wenigen großen Erfolge der Anfangszeit gingen in Deutschland mehr oder weniger auf das Kopieren amerikanischer Konzepte zurück, XING ist das einzige Angebot, dass mit diese Taktik aber langfristig Erfolg hatte. Der Rest wurde, wenn er Glück hatte, vom Original gekauft, in der Regel aber verdrängt. Aber auch diese Taktik ist heute vorbei, damit gewinnt man in der weltweiten Vernetzung heute keinen Blumentopf mehr.

Wir haben vergessen neu zu denken. Und das wird sich gleich zwei Mal bitter rächen. Zum einen, in dem wir bei den neuen Entwicklungen nicht mit dabei sind, zum anderen weil wir auf deren negative Auswirkungen keine neuen gesellschaftlichen Antworten haben. Der Großteil kann ja nicht nur nicht mehr neu denken, er versteht die aktuelle Entwicklung nicht einmal. Die Folge wird nicht nur der Untergang der Autoindustrie sein, oder eine Pleitewelle im deutschen Mittelstand, auch der Handwerker um die Ecke wird mangels regionalem Monopol bald zum Billigarbeiter einer – aus dem Ausland gesteuerten – Plattform werden.

 

Google Beiträge – Gratis Werbung mit Verfallsdatum

Seit ein paar Wochen hat Google auch in Deutschland die Google Posts ausgerollt, wohlgemerkt ohne irgendein +, also nicht verwechseln. Die neuen Google Beiträge werden vielmehr unterhalb des Knowledge Panels / MyBusiness Eintrags recht prominent in den Suchergebnissen präsentiert.

Wer bereits seinen Google MyBusiness Eintrag aktiv betreut, und ganz ehrlich, dass sollte jedes Unternehmen tun, dem dürfte die neue Veröffentlichungsmöglichkeit wahrscheinlich schon über den Weg gelaufen sein, Google präsentiert sie dort relativ prominent. Und auch das Erstellen ist mehr oder weniger problemlos möglich. Ein Bild und 100 bis 300 Worte dazu, fertig ist die der Google Beitrag.

Ein Google Beitrag am Beispiel von Wacker Qualitätssicherung.

Aber wo ist der Haken? Google ermöglicht doch damit quasi Gratis-Werbung, oder?

Ähm, ja schon, aber in erster Linie wird das Ziel von Google sein sein MyBusiness-Angebot weiter auszubauen. Suchmaschine hin oder her, gerade in letzter Zeit wird durch verschiedene Aktionen deutlich, dass Google massiv versucht dem Suchenden die Antwort auf seine Frage schon auf der eigenen Seite zu geben. Dazu tragen natürlich auch die Unternehmensinformationen im rechten Knowledge Panel bei. Folgerichtig gibt es Beiträge natürlich nur für verifizierte Unternehmensseiten.

Und es gibt echt keinen Haken?

Das kann man sehen, wie man will, denn eines sollte man wissen – Google Beiträge haben einen Live- und Promotion-Charakter. Passend dazu bietet Google Schaltflächen an, mit denen Produkte verkauft oder Veranstaltungen beworben werden. Google Beiträge sind nicht für die Ewigkeit, genauer gesagt bekommt man nach ein fünf oder sechs Tagen eine automatische Mail zugeschickt, die einen nochmal darauf hinweist, dass ein Google Beitrag nach 7 Tagen wieder verschwindet. Wer dieses Feature also für sich entdeckt, sollte es mehr als eine Art Micro-Blogging für spezielle Aktionen usw. usf. einsetzen.

Konkret: Wie du mit Google Beiträgen Erfolg haben kannst!

Inwiefern sich Google Beiträge auf die SEO auswirkt, ist natürlich wie alles andere in diesem Bereich umstritten, auf jeden Fall dürfte es einen Pluspunkt bringen, wenn sich Google bei einer Suchanfrage entscheiden muss ob und welcher MyBusiness-Eintrag angezeigt wird. Besser kann man Google nicht mitteilen, dass man das MyBusiness-Angebot annimmt. Hauptgrund für ein Engagement dürfte aber natürlich der eigentlich von Google gewünschte Sinn und Zweck sein, sprich User auf News, Aktionen, Veranstaltungen usw. aufmerksam zu machen.

Ob sich ein Engagement lohnt hängt natürlich auch davon ab, wie oft der eigene Unternehmenseintrag rechts in den SERPs erscheint. 5x, 50x, 500x oder 5000x im Monat – wer sein Publikum schon hat, sollte es hier auf jeden Fall gezielt ansprechen. Aber auch für weniger häufig gesehene Profile könnte sich zumindest der Versuch lohnen, inwiefern ein aktives und häufiges Posten die Zahlen vielleicht nach oben treiben kann.

Und übrigens, wer mit schlechten Bewertungen zu kämpfen hat, kann Google Beiträge auch dazu nutzen für ein bisschen Ablenkung zu sorgen.